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Austropop – Popmusik aus Österreich

Wer an Austropop denkt, wird sofort zurückversetzt in die großen Zeiten von Ambros, Danzer, Falco, Fendrich, S.T.S. oder EAV. Ihre Anfänge liegen in den 1970er Jahren, als der österreichische Dialekt seinen Weg in die populäre Musik gefunden hat, und erreichen ihren Höhepunkt durch Falco, als der Austropop mit „Rock Me Amadeus“ nach Anton Karas bereits das zweite Mal über den Atlantik in die amerikanische Chartwelt schwappte.

Band – CC0 mudnwaffles/ Pixabay

Austropop – die Entstehung

Aller Anfang ist bekanntlich schwer; der des Austropops ist durch gezielte Förderung von Interpreten durch den Radiosender Ö3 erleichtert worden. Entgegen der Anweisungen des damaligen ORF- Generalintendanten fördern einzelne Radiomacher die heimische Musik und widersetzen sich dem „Schnulzenerlass“; statt deutscher Schnulzen soll englische Popmusik bevorzugt werden.

Mitte der 70er Jahre werden folglich Wolgang Ambros und Georg Danzer zu Dauergästen in den Hitlisten und die Präsenz österreichischer Musik erreicht bisher nie dagewesene Dimensionen. Danzers Album „Ruhe vor dem Sturm“ (1981) und Ambros‘ „Stille Glut“ (1990) erreichen sogar mehrfachen Goldstatus. Ihre Texte zeugen von Polit- und Gesellschaftskritik, aber geben auch tiefgreifende persönliche Erfahrungen wider.

Die New Wave- Bewegung hebt zu Beginn der 80er Jahre weitere Künstler wie Falco und die Band Opus in den Musikerolymp.

Das langsame erste Ende

In den 90ern flacht die Präsenz österreichischer Musik in den Radios ab. Nachdem EAV und Reinhard Fendrich noch einige Chartpositionen erreicht haben, wird der Austropop langsam aber sicher von der sogenannten „Neuen Volksmusik“ verdrängt, zu dessen Vertretern beispielsweise Hubert von Goisern zählt. Im Hintergrund formieren sich neue Bands, die nicht per se dem Austropop zugewiesen werden, jedoch gleich der Anfänge deutschsprachiger Musik am heimischen Markt nicht gefördert werden.

Somit bleiben Ausnahmen wie Christina Stürmer, Zweitfrau oder Luttenberger*Klug die Regel und können an die Erfolge ihrer Vorgänger nicht Anknüpfen.

Die Wiedergeburt

Mittlerweile nicht mehr aus der Musikgeschichte wegzudenken, finden sich die vergangenen Interpreten selten in den Wiedergabelisten von Millennials. (Anm. d. R.: Geburtsdatum nach 1980)

Zwei namhafte Bands entgegnen dieser Entwicklung und stossen wie aus dem Nichts in die Charts und erobern die Herzen heimischer aber auch deutscher Musikfans. Zum einen Wanda, die mit Indie-Pop und eingängigen Rhythmen ihre deutschsprachigen Texte untermalen, und zum anderen Bilderbuch, die es durch ausgefallene musikalische Arrangements und extrovertiertes Auftreten zu Aufmerksamkeit bringen und sich in der Aussprache ihrer Texte an Falco anlehnen. Durch sie steigt das Interesse am heimischen Musikmarkt und bringt dem einen oder anderen auch die alten Füchse zurück in die Playlists.


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